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GPSR (General Product Safety Regulation): Risikobewertung, Rückverfolgbarkeit und Compliance-Fahrplan für 2025

19. November 2025
4 min read
Von Pier Compliance
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GPSR (General Product Safety Regulation): Risikobewertung, Rückverfolgbarkeit und Compliance-Fahrplan für 2025

Kurze Zusammenfassung: GPSR (General Product Safety Regulation) stärkt Sicherheit, Rückverfolgbarkeit, Vorfallmanagement und Rückrufprozesse für Verbraucherprodukte, die in den EU-Markt eintreten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Risikobewertungsdatei richtig einzurichten; Etiketten/Warnungen, Gebrauchsanweisungen, technische Dokumentation und Lieferketten-Spuren in einer konsistenten Struktur zu kombinieren.

Was ist GPSR? (Zusammenfassung)

Umfang

Allgemeine Sicherheit von Verbraucherprodukten in der EU; eine breite Palette von Spielzeug bis zu elektronischen Zubehörteilen, Geräten in Kontakt mit Kosmetika, bis hin zu Online-Verkäufen (E-Commerce).

Ziel

Proaktives Management von Verbrauchergesundheit und -sicherheit; dauerhafte Compliance durch transparente Kennzeichnung, die Verbraucher informiert, standardisierte Rückrufbenachrichtigungen, sichtbare Warnungen in digitalen Kanälen und Marktüberwachung.

Akteure

Hersteller, Importeur, Händler, bevollmächtigter Vertreter und Online-Marktplätze.

Warum ist die Risikobewertung kritisch?

Einzelquellen-Verifizierung

Produktgefahrendefinitionen, Benutzerprofile (Kinder, ältere Menschen usw.), vernünftigerweise vorhersehbare Verwendung und Missbrauchsszenarien werden in einer einzigen Datei gesammelt.

Grundlage für Designentscheidungen

Materialauswahl, Kanten-/Wand-/Hitzesicherheit, chemischer Kontakt, elektrische/elektronische Sicherheit, Batteriemanagement, Software-Update-Effekte (falls vorhanden) werden mit dieser Datei nachgewiesen.

Grundlage für Etiketten und Anweisungen

Warnungen, Piktogramme, Altersbeschränkungen, Montage-/Gebrauchsanweisungen und Entsorgungsinformationen müssen mit der Risikobewertung konsistent sein.

Bereitschaft für Vorfall-/Rückrufmanagement

Bei möglicher Nichteinhaltung sind Risikoklasse und Aktionsplan (Stopp/Rückruf/Korrekturmaßnahme) vordefiniert.

6 Grundpfeiler der GPSR-Compliance

1. Risikobewertung & Technische Datei

  • Produktdefinition, Komponentenliste, Material- und chemische Kontaktanalyse
  • Grundlegende Sicherheitsprinzipien bei elektrischen/elektronischen Produkten (Hitze, Feuer, Schock, EMC)
  • Mechanische/ergonomische Risiken, Erstickungsrisiko durch kleine Teile (Kinderprodukte)
  • Update-Effekte und Cybersicherheitsaspekte bei Software/vernetzten Produkten (falls vorhanden)
  • Verweis auf anwendbare harmonisierte Standards und Prüfberichte

2. Etikett, Warnung und Gebrauchsanweisung

  • Sprachkonformität (gemäß EU-Markt), Verständlichkeit von Piktogrammen und Warnungen
  • Hersteller-/Importeurinformationen, Produktmodell-/Charge-/Seriennummer
  • Montage-/Gebrauchs-/Wartungs- und Entsorgungsanweisungen (verbraucherfreundliche Platzierung)

3. Rückverfolgbarkeit und Lieferkette

  • Teil-/Charge-/Serienverfolgung; genehmigte Liste für Lieferanten und kritische Komponentennachweise
  • Rückverfolgbare Kennzeichnung in Verpackungs- und Logistikprozessen

4. Marktüberwachung und Vorfallmanagement (Vorfallreaktion)

  • Beschwerde-/Vorfallsammlungskanäle (Website, E-Mail, QR-Code)
  • Interne Klassifizierungsmatrix: "geringes – größeres – ernstes Risiko"
  • Benachrichtigungsschwelle an Behörden (Safety Gate/SBG) und interner Prozessablauf

5. Rückruf & Kommunikation

  • Standard-Rückrufbenachrichtigungsvorlage (klar für Verbraucher, einfache Sprache)
  • Kanalplan: Web-Banner, E-Mail/SMS, Marktplatzankündigungen, soziale Medien
  • Rückgabe-, Reparatur-, Austausch-, Entschädigungsmechanismen und Aufzeichnung

6. Online-Verkäufe (Marktplätze) & Produktseiten

  • Sichtbarkeit von Sicherheitswarnungen auf Produktseiten (Text + visuell)
  • Zugänglichkeit von Verkäufer-/Importeurinformationen, korrekte Kategorisierung
  • Vermeidung irreführender Praktiken ähnlich Dark Patterns

Risikobeispiele nach Produktgruppe (Zusammenfassung)

  • Elektronische/smart Geräte: Erwärmung, Kurzschluss, Batterieschwellung, Verhaltensänderung nach Software-Update.
  • Küchen-/Haushaltsgegenstände: Materialmigration, scharfe Kante, Zerbrechlichkeit.
  • Kinderprodukte: Kleine Teile, chemischer Kontakt, Strangulation; Alters-/Monatsklassifizierung.
  • Sport-/Spiel-/Zubehör: Sturz/Aufprall, Materialbruch, Fehlen von Gebrauchsanweisungen.
  • Nicht-kosmetische Verbraucherprodukte: Hautkontakt, Reizungsrisiko; sekundäre chemische Exposition.

GPSR-Risikobewertung — Beispiel-Inhaltsliste (Praktische Vorlage)

  1. Produktdefinition (Modell, Variante, beabsichtigte Verwendung)
  2. Zielbenutzergruppen und Expositionsszenarien
  3. Gefahrenanalyse (mechanisch, chemisch, elektrisch, thermisch, Software/Cyber)
  4. Risikobewertungsmatrix (Wahrscheinlichkeit x Schwere) und Akzeptanzkriterien
  5. Harmonisierte Standards / Prüfberichtsreferenzen
  6. Verbleibende Risiken und Risikokommunikation (Etikett, Anweisung, Warnung)
  7. Überwachungsplan (Beschwerde, Vorfall, CAPA) und versionierte Revisionsaufzeichnung

Häufige Fehler

  1. Risikobewertung in der technischen Datei unvollständig oder verstreut
  2. Warnungen auf Produktseiten nicht sichtbar; Sprach-/Terminologiefehler
  3. Hersteller-/Importeurinformationen auf Etiketten und Seiten inkonsistent angegeben
  4. Ineffektives Rückrufmanagement aufgrund schwacher Charge-/Serienrückverfolgbarkeit
  5. Vorfallsammlung und Safety Gate-Benachrichtigungsschwellenprozesse nicht definiert

10-Schritte-Schnellplan für GPSR-Bereitschaft

  1. Produktinventar und Risikoklassifizierung (hoch/mittel/niedrig)
  2. Risikobewertungsvorlage in Projekte kopieren; produktspezifisch ausfüllen
  3. Etikett–Anweisung–Produktseitensprache mit Risikodatei ausrichten
  4. Lieferkette/Serien–Charge-Spur prüfen; fehlende Bereiche schließen
  5. Sichtbarkeit von Sicherheitsinhalten für Marktplatz-Produktseiten überprüfen
  6. Beschwerde-/Vorfallsammlungskanäle standardisieren (QR, Formular, E-Mail)
  7. Interne "ernstes Risiko"-Schwelle und Benachrichtigungsschritte dokumentieren
  8. Rückrufbenachrichtigung (Vorlage) und Kommunikationsablauf vorbereiten
  9. Schulung: kurzes Modul für Kundenservice-, Vertriebs- und E-Commerce-Teams
  10. Periodische Überprüfung: Versionierung und CAPA-Aufzeichnungen

Fazit

GPSR-Compliance beginnt mit einer soliden Risikobewertungsdatei, sichtbaren Warnungen, rückverfolgbarer Lieferkette und einem praktischen Vorfall-/Rückrufplan. Wenn Sie fertige Vorlagen und schnelle Gap-Analyse für Ihre Produktfamilie möchten, kontaktieren Sie uns.

Pier Compliance — Produktsicherheit & EU-Compliance

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