Neue Ära in der EU-Spielzeugsicherheit: Was Sie über die Spielzeugsicherheitsverordnung 2025 wissen müssen
Neue Ära in der EU-Spielzeugsicherheit: Was Sie über die Spielzeugsicherheitsverordnung 2025 wissen müssen
Das Europäische Parlament hat eine neue Gesetzgebung verabschiedet, die die bestehenden Spielzeugsicherheitsregeln modernisiert, um die Gesundheit von Kindern auf höchstem Niveau zu schützen. Diese neue EU-Spielzeugsicherheitsverordnung, die die seit 2009 geltende Richtlinie ersetzen wird, setzt die Latte erheblich höher, insbesondere bei chemischen Inhalten und digitaler Nachverfolgung.
Hier sind die Details der neuen Regeln, die für die Spielzeugindustrie, Importeure und Hersteller von entscheidender Bedeutung sind:
1. Ausweitung chemischer Verbote: PFAS und endokrine Disruptoren
Die neuen Regeln verschärfen die chemischen Beschränkungen erheblich, um die empfindlichen Entwicklungsprozesse von Kindern zu schützen.
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PFAS (Ewige Chemikalien): Die absichtliche Verwendung von PFAS in allen Spielzeugen ist vollständig verboten.
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Endokrine Disruptoren und Bisphenole: Stoffe, die das Hormonsystem schädigen, und die gefährlichsten Arten von Bisphenolen dürfen nicht mehr in Spielzeugen enthalten sein.
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Allergene Duftstoffe: Verbote für allergene Duftstoffe wurden eingeführt, insbesondere bei Spielzeugen für Kinder unter 3 Jahren und Produkten, die wahrscheinlich in den Mund genommen werden.
2. Digitale Produktpasspflicht (DPP)
Um Zollkontrollen zu beschleunigen und die Transparenz zu erhöhen, muss jedes Spielzeug einen digitalen Produktpass (DPP) haben.
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QR-Code-Zugang: Verbraucher und Inspektoren können über einen QR-Code einfach auf Produktsicherheitsinformationen und Konformitätsdokumente zugreifen.
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Rückverfolgbarkeit: Dieses System wird die Rücknahme unsicherer Produkte vom Markt und Zollkontrollen viel effizienter machen.
3. Neue Verantwortlichkeiten für Online-Marktplätze
Mit dem Wachstum des E-Commerce unterliegen Online-Marktplätze wie Amazon und eBay nun strengeren Regeln.
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Marktplätze sind verpflichtet sicherzustellen, dass Verkäufer die CE-Kennzeichnung, Sicherheitswarnungen und digitale Passinformationen klar anzeigen.
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Spielzeuge, die nicht den Regeln entsprechen, werden nach dem Digital Services Act (DSA) als "illegale Inhalte" betrachtet und schnell von den Plattformen entfernt.
4. Umfassende Sicherheitsbewertung
Vor dem Inverkehrbringen eines Spielzeugs müssen Hersteller eine detaillierte Analyse durchführen, die nicht nur physische, sondern auch die folgenden Risiken umfasst:
- Chemische, mechanische und elektrische Risiken.
- Hygiene- und Radioaktivitätskontrollen.
- Digitale Risiken: Die Auswirkungen von Smart Toys auf die psychische Gesundheit von Kindern sind jetzt auch Teil der Sicherheitsbewertung.
Warum ist das wichtig?
Im Jahr 2023 erreichte der Wert der in die EU importierten Spielzeuge 6,5 Milliarden Euro, wovon 80% aus China stammten. Spielzeuge sind die zweithäufigste gemeldete gefährliche Produktgruppe im Schnellwarnsystem der EU (Safety Gate) nach Kosmetika.
Was erwartet die Industrie? (Übergangszeitraum)
Die neue Verordnung soll nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten. Für die Mitgliedstaaten und die Branchenakteure ist eine Übergangszeit von 4,5 Jahren vorgesehen. In dieser Zeit ist es für Hersteller von entscheidender Bedeutung, ihre Lieferketten und Produktionsprozesse nach den neuen Standards zu optimieren.
Pier Compliance Hinweis: Wir empfehlen allen Wirtschaftsakteuren, die Spielzeuge auf den EU-Markt liefern, ihre technischen Dateien und chemischen Testprotokolle im Einklang mit diesen neuen Regeln zu überprüfen.
Sie können uns für eine detaillierte Beratung zu neuen Vorschriften und Compliance-Prozessen kontaktieren.
Pier Compliance — Produktsicherheit & Compliance-Beratung
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